Jacques Loussier ist natürlich die unangefochtene Referenz für Bach Crossover ins Jazz Trio, aber sein Bach-Verständnis war eben extrem vom klassischen Swing und einem sehr straighten Trio-Sound früherer Jahrzehnte geprägt.
Bei dieser Bach Jazz - II gehen die Musiker das Ganze viel freier und atmosphärischer an, fast schon wie eine moderne Klangcollage. Während Loussier die Partitur quasi eins zu eins in den Groove übersetzt hat, nutzt das neue Album die Themen eher als loses Sprungbrett für skandinavisch angehauchte Improvisationen. Die Musik atmet mehr und wirkt durch die ungeraden Takte weniger vorhersehbar als das typische Play Bach-Schema von Loussier, so schön das war.
Wer es knackig und virtuos mag, landet immer wieder bei Loussier. Aber für einen Abend im Ohrensessel mit einem Gläschen Lagavulin, da ist die neue Scheibe wegen ihrer klanglichen Tiefe definitiv die spannendere Wahl.
Eigentlich sollte man sich das Ding komplett antun.
Wenns aber schnell gehen soll für den ersten Eindruck: Track 7: Aria Goldberg Variationen. Grandios.
